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Jana

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Lilla und die Liebe

Summend flog die kleine Fee Lilla durch den Park. Es war ein schöner Morgen, sie war gut gelaunt und gespannt, was heute wohl passieren mochte. Sie düste gerade zwischen zwei blühenden Kirschbäumen hindurch, als ein Windstoß von der Seite kam. Anstatt dagegen anzufliegen, ließ Lilla sich einfach auf die spontane Richtungsänderung ein und flog zum kleinen Teich im Park. Dort angekommen sah die kleine Fee zwei Menschen auf einer weißen Parkbank sitzen. Ganz leise flog sie von hinten an die beiden heran, um zu hören, was sie sich wohl erzählen mochten. Das machte Lilla nur zu gerne. Sie fand die Menschen interessant und amüsierte sich oft über ihre Gespräche, denen sie heimlich lauschte.



Vor ihr saß ein blonder Junge mit einem Mädchen mit wilden roten Locken, die sie mit vielen Haarspangen zu bändigen versuchte. Sie erinnerte Lilla an eine Freundin, die ihre Haare ebenso trug. Zur Enttäuschung der kleinen Fee schwiegen die beiden. Sie sahen sich nur sehr tief in die Augen und schienen dabei die Welt um sich herum komplett vergessen zu haben. »Komisch.«, dachte sich Lilla noch, da nahm das Mädchen die Hand des Jungen und sagte mit verträumtem Blick zu ihm: »Ich liebe dich.«, woraufhin der Junge so sehr strahlte, dass Lilla das Herz aufging und sich eine wohlige wärme in ihrem Bauch ausbreitete.


»Wie schön.«, dachte sie sich und flog weiter. Das Gefühl der Wärme in ihr allerdings blieb und sie dachte über die Worte des Mädchens nach. »Liebe… Ja, was genau war das eigentlich? Es musste großartig sein, wenn diese Worte jemanden so glücklich machen konnten wie den Jungen im Park. Auch Lilla hatte das Wort schon oft gehört, jedoch hat sie noch nie über die eigentliche Bedeutung nachgedacht. So beschloss sie für heute mehr über die Liebe zu erfahren.


Als sie an den Rand der großen Parkwiese kam, entdeckte sie eine Hasenfamilie. Sie flog näher heran und landete neben der Hasenmutter, die ihren jungen beim Spielen auf der Wiese zusah. Sie begrüßten sich und mussten beide lachen, als sie sahen, wie die kleinen Fellknäule schnuppernd ihre erste Löwenzahnblüte unter die Lupe nahmen. »Was liebst du?«, fragte Lilla die Häsin. Die musste nicht lange überlegen und antwortete: »Meine Kinder. Sie sind für mich das größte Glück der Welt.« Das konnte Lilla gut verstehen. Auch ihre Eltern sagten das oft zu Ihr. Nachdem die Hasenkinder die Blüte verputzt hatten, flog Lilla wieder los.


Sehr weit kam Sie jedoch nicht, denn Sie hörte, wie Igor Igel mit allerlei Gerätschaften in seinem Garten hantierte. Vor dem weißen Zaun, der die vielen bunten Blumen rahmte, kam Lilla zum Stehen. »Na, da ist ja meine kleine Feenfreundin.«, begrüßte Igor sie. »Komm herein und sieh dir an, wie schön meine Blumen blühen.« Das tat Lilla nur zu gerne. Die beiden streiften durch den Garten und Igor Igel zeigte Lilla die besonders gut duftenden Blüten. »In diesem Jahr hat sich meine Arbeit wirklich ausgezahlt«, sagte Igor. »Ich liebe meinen Garten und jede einzelne Pflanze darin.« sagte er mit einem stolzen grinsen. Lilla hörte auf. Igor liebte also seinen Garten? Auch wenn er täglich so viel Arbeit und Mühe damit hatte? Das war interessant. Als die Gartenführung beendet war und der Wind sich verstärkte kribbelte es Lilla schon wieder in den Flügelspitzen und sie wollte weiterfliegen. Igor winkte ihr noch eine Weile hinterher.




Lilla flog und flog immer höher und beobachtete, wie die Welt unter ihr immer kleiner wurde. So bemerkte sie den Vogel erst spät, der zwitschernd auf sie zuflog. Die kleine Fee kannte ihn. Dann und wann, wenn sie sich in der Luft begegneten, veranstalteten sie ein Wettfliegen. So auch heute. »Auf die Plätze, fertig... los!«, rief Lilla und die beiden schlugen so kräftig mit den Flügeln Wie sie nur konnten. Nach einer Weile bemerkten sie, dass sie gleich schnell waren. Niemand hatte die Nase oder den Schnabel vorn. Der Vogel und die Fee strengten sich noch einmal mit aller Kraft an, aber es nützte nichts- heute würde wohl keiner von ihnen gewinnen. »Ich liebe das Fliegen!«, rief Lilla. »Ich könnte es den ganzen Tag tun.«


So drehte sie gleich noch einen Looping, bevor sie sich verabschiedete. Nun hatte Lilla schon viel über die Liebe gehört. Von dem Mädchen im Park, der Hasenmutter, Igor dem Igel und sie wusste, dass Sie das Fliegen liebte. Sie alle hatten von unterschiedlichen Dingen gesprochen. Liebt denn jeder etwas anderes? Fragte sich die kleine Fee und beschloss, dass es an der Zeit war, ihre Oma Rosa zu fragen. Die alte Fee hatte ihr bisher immer eine gute Antwort geben können, daher war sich Lilla sicher, dass Sie auch in diesem Fall auf sie zählen konnte.


Nur ein paar kurze Flugminuten später klopfte Lilla auch schon an die knorrige Tür von Oma Rosas Haus im Feenbaum. Wenige Minuten später öffnete diese ihr die Tür und nahm ihre Enkelin fest in den Arm. Bei Tee und ein paar selbstgebackenen Keksen erzähle Lilla von ihrem Tag und ihren Erlebnissen. »Was ist denn nun die Liebe, Oma? Jeder, den ich getroffen habe, liebt etwas anderes. Und ich? Ich liebe das Fliegen, aber ich liebe auch dich und meine Eltern, meine Freunde und…«, nachdem sie noch einen großen Bissen von dem Keks in ihrer Hand genommen hatte. »und diese Kekse! Wer hat denn nun recht?«



Oma Rosa lächelte weise und sah Lilla einen Moment lang an, bevor sie antwortete. »Kleine Lilla, sie alle haben recht. Man kann vieles gleichzeitig lieben. Jeder auf seine Weise.« »Aber ist die Liebe nicht irgendwann leer?«, fragte Lilla und ihre Oma musste lachen. »Die Liebe ist niemals leer. Sie ist in jedem von uns und soll ich dir ihr Geheimnis verraten?«

»Oh ja!«

»Die Liebe ist das einzige das mehr wird, wenn man es teilt. So kann sie niemals leer sein.«


Diesen Gedanken fand Lilla toll. Und als sie an diesem Abend den Baum von Oma Rosa verließ wirkte es, als würde die Welt um sie herum ein wenig heller in der Abendsonne strahlen und Lilla war sich sicher: Sie liebte das Leben!

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Friti