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Jana

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Hugo und der Osterhase

»Heute ist dein erster Tag, Hugo. Bist du schon aufgeregt?« Und ob Hugo das war. Der kleine braune Hase konnte schon seit Tagen nicht gut schlafen, denn er freute sich schon so sehr auf diesen besonderen Tag. Hugo begann an diesem Morgen seine Ausbildung bei dem Osterhasen! Und das war eine große Ehre für den kleinen Hoppler. »Ja. Das bin ich.«, sagte er deshalb und nahm mit zittrigen Händen die Tasche entgegen, die seine Mama ihm reichte. Dann verließ er die Höhle und hoppelte immer der Nase nach in Richtung Osterhasenhöhle.


Dort angekommen herrschte schon vor dem Eingang ein großes Gewusel. Auch andere Kinder hatten heute ihren ersten Tag und die älteren Schüler waren schon voller Eifer dabei, das Osterfest vorzubereiten. Er und die Häschen aus seiner Klasse versammelten sich und warteten auf ihre Begrüßung. Das ließ sich der Osterhase natürlich nicht nehmen. Höchst persönlich stand er nun also vor seinen neuen Schützlingen und erzählte Ihnen etwas über die Aufgaben, die es zu übernehmen galt. Hugo war begeistert. Der große Osterhase mit der tiefen Stimme wirkte zwar ein bisschen einschüchternd auf ihn, aber er hatte liebe Augen und Hugo freute sich, dass er trotz der stressigen Vorbereitungen Zeit für die neuen Hasen hatte. Nach der Begrüßung teilte ihre Lehrerin die Klasse in kleine Gruppen auf. Sie alle bekamen eine leuchtend rote Mütze, die zeigte, dass sie für den Osterhasen arbeiteten. Hugo war stolz, er und sein Teamkollege wurden eingeteilt, um frische Eier von Henne Henriette abzuholen, die auf einem nahe gelegenen Bauernhof wohnte. Motiviert hoppelten die beiden mit einem Korb auf dem Rücken los.


»Hallo? Henriette?«, Hugo steckte seinen Kopf in den Hühnerstall. Das Licht war schummrig aber hinten in der Ecke konnte er die Henne auf einem großen Nest aus Stroh sitzen sehen. »Hallo ihr beiden. Seid ihr neu? Euch habe ich noch nicht gesehen.« Die Hasenkinder nickten. Henriette hatte sie schon erwartet und erhob sich von ihrem Nest. Mit dem Flügel deutete sie auf den kleinen Berg von Eiern, die unter ihr gelegen hatten. »Hier ganz frisch für meinen lieben Freund den Osterhasen. Richtet ihm schöne Grüße aus.« Die Hasen legten die Eier so vorsichtig sie konnten in ihre Körbe. Sie fühlten sich noch warm an und hatten alle eine perfekte Form. Das würde dem Osterhasen gefallen.

Nachdem sie sich verabschiedet hatten, liefen die beiden zurück. In der Osterhöhle brachten sie die wertvolle Ware in einen Raum, in dem die Eier vorbereitet wurden. Sie mussten gründlich geputzt werden, denn der Osterhase hatte keine Zeit, sie vor dem Bemalen zu reinigen. Er war ein richtiger Künstler. Jedem Ei verpasste er eine besondere Note. Plötzlich kam Hugos Lehrerin herein und sagte: »Der Osterhase benötigt einen Eimer blaue Farbe. Alle sind gerade sehr beschäftig, Hugo, könntest du ihm den Eimer bringen?« Ohne auf eine Antwort zu warten, drückte sie ihm das Gefäß in die Pfoten und hoppelte wieder aus dem Raum, ohne ihm zu erklären, wo der Osterhase arbeitete. So blieb dem Hasenjungen nichts anderes übrig, als unterwegs ein paar der anderen zu bitten ihm den Weg zu zeigen.


Sie schickten ihn immer tiefer und tiefer in die Höhle, bis Hugo sich schon fragte, ob er hier richtig war, als sich wie aus dem nichts ein großer Eingang vor ihm auftat. Er war offen und Hugo schritt hindurch in die heiligen Hallen, in denen der Osterhase sein Werk vollbrachte. So etwas hatte Hugo zuvor noch nicht gesehen. Überall verteilt standen Töpfe mit Farben und Pinsel, lagen kreuz und quer auf dem Boden verteilt. An den Wänden reihten und stapelten sich bemalte und nicht bemalte Eier. Dann fiel sein Blick auf die Mitte der Halle, in der der Osterhase vor einem Tisch saß und kunstvoll den Pinsel schwang.



Hugo stand am Eingang und wusste nicht recht, wo er in diesem Chaos den Eimer Farbe abstellen sollte. Der Osterhase wirkte so beschäftigt, dass er ihn nicht stören wollte. So versuchte Hugo in den Raum hineinzuschleichen und den Eimer möglichst unbemerkt in der Nähe des Tisches, an dem der Osterhase arbeitete, abzustellen. Das war nicht so leicht, seine Pfoten fanden kaum einen leeren Fleck auf dem Boden und so wurde das Ganze ein ziemlich wackliges Unterfangen. Bis es passierte.


Hugo blieb an einem der Pinsel hängen und stolperte. Dabei stieß er gegen einen geöffneten Eimer Farbe, welcher seinen Inhalt in hohem Bogen auf die unbemalten Eier an der Wand spritze. Wie versteinert blieb Hugo stehen, als der Osterhase mit einem Schreck in seinem Stuhl zu ihm herumfuhr. »Was ist denn hier los?«, rief er. Erst sah er auf Hugo, dann


blickten beide gleichzeitig auf die Eier an der Wand, die nun lauter rote Farbspritzer abbekommen hatte. »Ich, es tut mir leid. Ich wollte nur diesen Eimer Farbe herbringen, dann bin ich ausgerutscht.«, Hugo standen schon die Tränen in den Augen. Der Osterhase würde bestimmt sauer auf ihn sein und mit ihm schimpfen. Das hatte er so alles nicht gewollt.


Doch der große Künstler überraschte ihn. Er nahm sich eines der gesprenkelten Einer und rief Hugo zu sich an den Tisch. »Ich habe da eine Idee, wie wir das Ganze noch retten können.«, sagte er und nahm eine zweite Farbe dazu, mit der er ebenfalls Sprenkel auf das Ei spritzte und dann noch eine dritte Farbe. So langsam füllte sich das Ei und am Ende sah es sogar richtig gut aus! »Wow.«, sagte Hugo. Und der Osterhase erwiderte: »In der Kunst sind kleine Unfälle manchmal der Weg etwas ganz Neues auszuprobieren. Ich werde die anderen Eier ebenfalls in diesem Stil herstellen. Nach der Hugo’schen Art.« Der Osterhase zwinkerte ihm zu und Hugo verließ die Höhle mit einem stolzen Gefühl in der Brust. Gab es nun wirklich eine Eierbemaltechnik, die seinen Namen trug? Was für ein erfolgreicher erster Tag! Hugo liebte die Arbeit beim Osterhasen jetzt schon und war gespannt, wer sich wohl am großen Tag über diese Eier freuen durfte.



Ihr sucht noch ein passendes Ostergeschenk?

Gutenachtgeschichten von Stadtmaus und Landmaus

Fritzi und Freddi

Taschenbuch

Verlag: Books on Demand

Seiten: 152

Autorin: Jana Noske




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